Zwei Uhrzeiten für denselben Feierabend
Als ich die Angaben für meine Website zusammengestellt habe, stand in meinen Unterlagen Feierabend um 17 Uhr. In meinem Google-Unternehmensprofil stand 18 Uhr. Aufgefallen ist es erst, als ich das Profil am Handy aufgerufen und neben die Unterlagen gelegt habe. Seitdem steht an beiden Stellen dieselbe Uhrzeit.
So geht es vielen Betrieben. Das Profil wird einmal angelegt, die Website ein Jahr später gebaut, und dazwischen ändern sich Telefonnummer, Orte oder Feierabend. Wer nach deinem Namen sucht, bekommt den Kasten mit der Karte und deine Website zu sehen. Passen die Angaben nicht zusammen, ruft er zur falschen Zeit an oder fragt sich, ob du überhaupt noch in seinen Ort kommst.
Inhaltsverzeichnis
Was im Profil außer der Beschreibung zählt
Wie du die ersten Zeilen der Beschreibung nutzt, steht im Artikel Die ersten Zeilen entscheiden. Warum du nur wenige Kategorien wählst, steht im Artikel über das Kerngeschäft auf der Website. Hier geht es um den Rest: Öffnungszeiten, Einzugsgebiet, Fotos und die Knöpfe unter dem Namen.
Google sagt dazu selbst einen klaren Satz: „Unternehmen mit vollständigen und korrekten Informationen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit in den lokalen Suchergebnissen angezeigt.“ Vollständig ist ein Profil nach einem Nachmittag. Korrekt bleibt es nur, wenn Profil und Website dasselbe sagen.
Google ändert dein Profil auch selbst
Ein Profil gehört nicht ganz dir. Nutzer können Änderungen vorschlagen, etwa andere Öffnungszeiten, und Google sammelt Angaben aus weiteren Quellen. Über manche Vorschläge informiert Google dich vorher per Mail oder im Profil. Dann hast du vier Tage Zeit. Antwortest du nicht, übernimmt Google die Änderung unter Umständen von selbst, wenn andere öffentliche Angaben sie bestätigen, „etwa auf der Website deines Unternehmens“.

Eine veraltete Zeile auf deiner Website kann also ins Profil wandern. Steht auf der Kontaktseite noch der Feierabend aus dem letzten Winter, liefert sie Google den Beleg für genau die falsche Angabe. Was Google selbst geändert hat, markiert es in der Bearbeitungsansicht blau.
Streng ist Google auch beim Namen. Im Profil steht derselbe Name wie auf deiner Website, auf dem Briefpapier und gegenüber Kunden. Zusätze wie „Dachdecker Ehingen“ hinter dem Firmennamen sind nicht erlaubt, und Google kann ein Profil deshalb sperren. Gewerk und Ort zeigen die Kategorie und das Einzugsgebiet.
Öffnungszeiten und Einzugsgebiet
Ein Dachdecker zeigt gut, wie verschieden das ausfallen kann. Wer nur nach Vereinbarung arbeitet, gibt laut Google gar keine Öffnungszeiten an. Wer ein Büro mit festen Zeiten hat, trägt genau diese ein, und zwar dieselben wie auf der Website. Feiertage bestätigst du einzeln, auch wenn du an dem Tag normal arbeitest. So sehen Kunden, dass die Angabe stimmt.
Bist du länger weg, etwa zwei Wochen im Betriebsurlaub, kennzeichnest du das Profil ab sieben Tagen als vorübergehend geschlossen. Kürzere Pausen trägst du als spezielle Öffnungszeiten ein, damit niemand vor verschlossener Tür steht oder ins Leere anruft.
Für das Einzugsgebiet erlaubt Google bis zu 20 Orte oder Postleitzahlen, einen Radius gibt es nicht. Kunden sehen im Profil, ob du zu ihnen kommst. Trag deshalb die Orte ein, in denen du wirklich arbeitest, und nenn auf der Website dieselben. Empfängst du an deiner Adresse keine Kunden, entfernst du sie laut Google aus dem Profil. Dann zeigt allein das Einzugsgebiet, wohin du fährst.
Fotos: Google sucht mit aus
Das Titelbild legst du selbst fest. Ob es vorne steht, entscheidet Google: Ist es unscharf oder hält Google ein anderes Bild für besser, zeigt es unter Umständen ein Foto, das ein Kunde hochgeladen hat. Die beste Vorsorge sind ein paar Bilder, die man nicht übergehen kann: scharf, hell und kaum bearbeitet, so wie Google es selbst empfiehlt.
Für einen Dachdecker sind das ein fertiges Dach aus der Gegend, das Team auf dem Gerüst und das Firmenauto, an dem Kunden ihn in der Straße erkennen. Nimm dafür dieselben Fotos wie auf der Website. Dann erkennt dich der Kunde wieder, wenn er vom Profil auf deine Seite wechselt.
Die Knopfprobe
Unter dem Namen im Profil stehen mehrere Knöpfe: Anrufen, Website, Route, je nach Profil auch WhatsApp. In meinem eigenen stehen Anruf, Website und WhatsApp nebeneinander. Steht auf deiner Website noch „schreib mir über Google“, ist das ein toter Weg: Den Chat im Profil hat Google im Juli 2024 abgeschaltet.
Wie oft Kunden die Knöpfe antippen, zeigt das Profil unter „Leistung“. Ob sie dorthin führen, wo sie sollen, merkst du nur, wenn du sie selbst benutzt.
- Such deinen Betrieb am Handy bei Google, wie im Artikel über die veraltete Handwerker-Website beschrieben. Diesmal mit Gewerk und Ort, etwa „Dachdecker Erbach“.
- Tipp jeden Knopf einmal an. Klingelt beim Anrufen ein Telefon, das tagsüber jemand abnimmt? Landet „Website“ auf der Seite, die zu deiner Kategorie passt? Kommt die WhatsApp-Nachricht auf dem Handy an, das du wirklich liest?
- Öffne deine Website daneben und vergleiche vier Angaben: Name, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Orte.
- Die eingetragenen Orte liest du unter „Profil bearbeiten“ ab. Schau dort auch, ob etwas blau markiert ist.
- Entscheide bei jeder Abweichung, welche Angabe stimmt, und korrigiere sie am selben Tag an beiden Stellen.
Am Ende sagen Profil und Website dasselbe, Zeile für Zeile. Das dauert eine halbe Stunde und hält, bis sich in deinem Betrieb wieder etwas ändert. Dann gehört die Probe noch einmal dazu, genauso wie nach jeder Mail, in der Google eine Änderung ankündigt.

Zuerst die Website nachziehen
Manchmal zeigt die Probe, dass nicht das Profil veraltet ist, sondern die Website: eine alte Handynummer im Impressum oder ein Ort, in den du längst nicht mehr fährst. Dann kommt die Website zuerst dran, weil Google sie als Beleg heranziehen kann. Schick mir die Adresse deiner Website und den Link zu deinem Profil, dann sage ich dir, welche Angaben auseinanderlaufen.
Ich bin Cristian.
Ich baue Websites für kleine Betriebe rund um Dellmensingen – und meistens auch das, was nach der Anfrage passiert: Bestätigung, Termin, Teilnehmerliste.
Ob davon etwas zu dir passt, hängt davon ab, wie bei dir heute Anfragen reinkommen.
Was meistens als Nächstes kommt
Die ersten Zeilen entscheiden
Wo Google, Trefferliste und Instagram deinen Text abschneiden, und was vorn stehen muss.
„Wir machen alles“ auf der Website
Warum ein klarer Schwerpunkt besser ankommt, auch bei der Kategorie im Google-Profil.
Webdesigner für Handwerksbetriebe
Was ein „für Handwerker“ auf einer Seite beweist, und vier Fragen vor dem Beauftragen.

