Deine Website ist von 2012. Deine Arbeit nicht.

Illustration: Ein Smartphone zeigt eine veraltete Website mit winziger Schrift, daneben schaut eine Person skeptisch und hat ein Fragezeichen über dem Kopf.

Jemand hat dich empfohlen. Nachbar, Kollege, egal – der Punkt ist: Da will jemand bei dir anrufen. Vorher googelt er kurz deinen Namen, das machen heute fast alle. Was dann passiert, dauert vielleicht 30 Sekunden. Aber in diesen 30 Sekunden entscheidet sich einiges.

Was in diesen 30 Sekunden passiert

Er landet auf deiner Seite. Auf dem Handy, weil er gerade in der Küche steht. Die Schrift ist winzig, er muss reinzoomen. Das Menü klappt komisch auf, und die Fotos zeigen Baustellen von vor acht Jahren. Er ruft trotzdem an. Wahrscheinlich. Weil die Empfehlung stärker ist als die Website. Aber er ruft anders an – mit so einem kleinen „Mal schauen“ im Hinterkopf, das vorher nicht da war.

Denn er sucht dabei gar nicht viel. Nur drei Dinge: Machst du überhaupt das, was ich brauche? Kommst du bis zu mir? Und ist das jemand, dem ich meine Wohnung aufschließen würde? Beantwortet die Seite das nicht, beantwortet er es sich selbst – und zwar mit dem, was er gerade sieht.

Das ist das eigentliche Problem

Deine Website muss nicht der Grund sein, warum jemand anruft. Bei dir läuft's ja über Empfehlung, und das ist auch gut so. Sie darf nur nicht der Grund sein, warum er es sich anders überlegt. Das ist ihr Job: bestätigen, was der Nachbar schon gesagt hat. Dass da jemand arbeitet, der sein Handwerk kann. Mehr muss sie gar nicht.

Es ist wie mit dem Firmenwagen. Niemand beauftragt dich, weil der Transporter sauber ist. Aber wenn er verbeult vor der Einfahrt steht, denkt sich der Kunde eben doch seinen Teil. Eine Seite von 2012 bestätigt die Empfehlung nicht, sie sät einen Zweifel, wo vorher keiner war.

Woran man eine Seite von 2012 erkennt

Meistens nicht am Design. Sondern an sechs Dingen, die alle dasselbe signalisieren – hier hat lange niemand mehr reingeschaut:

  • Man muss zoomen. Die Seite ist für den Rechner gebaut, und mehr als die Hälfte deiner Besucher kommt übers Handy.
  • Oben steht „Herzlich Willkommen“. Der Platz, an dem stehen müsste, was du machst, ist mit einer Begrüßung belegt.
  • Die Telefonnummer steht ganz unten. Dabei ist der Anruf das, was du willst.
  • Die letzten Fotos sind Jahre alt. Deine Arbeit ist seitdem besser geworden, die Seite weiß nichts davon.
  • Die Hälfte deiner Leistungen fehlt. Meistens die neueste – also die, bei der du am ehesten erklären müsstest, dass du sie überhaupt anbietest.
  • Das Kontaktformular ist ein schwarzes Loch. Wer es abschickt, bekommt keine Bestätigung und weiß nicht, ob die Nachricht angekommen ist.

Keiner dieser Punkte ist für sich genommen schlimm. Zusammen ergeben sie den Eindruck, um den es geht.

Wie das bei Bujar aussah

Bujar Mehmeti hat Buli-Bau in Süßen. Trockenbau, Akustikbau, Sanierung – und seit einer Weile auch Werbetechnik: Firmenschilder, Folierungen, Lichtreklame. Auf seiner alten Seite stand oben „Herzlich Willkommen auf der Homepage der Firma Buli Bau“, darunter drei Kästchen mit Baustellenfotos, durchgehend Sie-Form.

Von der Werbetechnik: kein Wort. Die zweite Hälfte von dem, was er anbietet, kam online schlicht nicht vor. Und seine Referenzen – Volkswagen, Mercedes-Benz, OBI – standen auch nirgends. 20 Jahre Erfahrung, und die Seite hat davon nichts erzählt. Der Mann hat für Mercedes gearbeitet und traut sich nicht, das hinzuschreiben.

Dabei war nichts davon ein Geheimnis. Er hat es mir im ersten Gespräch in zehn Minuten erzählt – es stand nur nirgends. Bei den meisten Betrieben liegt der Fund genau dort: nicht was fehlt, sondern was längst da ist und niemand sieht.

Auf der neuen Seite stehen beide Bereiche gleichwertig nebeneinander. Die Referenzen sind zu sehen. Und der Ton passt zu ihm – „Ich arbeite nicht einfach für den Kunden, ich arbeite mit ihm“ steht da nicht zufällig so. So redet er.

Was sich dadurch ändert

Anfragen kommen mit weniger Rückfragen rein, weil vorher schon klar ist, wer du bist und was du machst. Und du zeigst die Seite selbst her, statt zu hoffen, dass keiner draufschaut.

Was sich nicht ändert: Das Telefon klingelt nicht plötzlich doppelt so oft. Wer über Empfehlung arbeitet, bekommt seine Aufträge weiter über Empfehlung – nur eben ohne den kleinen Bruch dazwischen.

Mach die 30 Sekunden mal selbst

Nimm dein Handy, nicht den Rechner. Such deinen Betrieb bei Google, so wie der Nachbar es tun würde, und schau wirklich nur eine halbe Minute drauf. Drei Fragen:

  1. Steht da, was du machst – und zwar alles, was du machst?
  2. Sieht man eine Arbeit aus diesem Jahr?
  3. Findest du die Telefonnummer, ohne zu suchen?

Wenn du bei einer der drei zögerst, weißt du schon, wo es hakt. Bei Bujar war es die erste Frage. Die Werbetechnik – die halbe Firma – kam online nicht vor. So etwas sieht man bei sich selbst zuletzt, weil man ja weiß, was man alles kann. Der Nachbar weiß es nicht.

Und wenn du das jetzt angehen willst

Neben dem Geld ist es vor allem die Vorstellung, wochenlang Texte liefern und Entwürfe kommentieren zu müssen. Für dich sind es drei bis vier Stunden, und die fallen nicht am Stück an: ein ausführliches Gespräch am Anfang, eine Rückmeldung, wenn du die Seite zum ersten Mal siehst, und die Übergabe. Dazwischen liegen jeweils Wochen. Die Texte schreibe ich, du lieferst das Wissen. Was so etwas kostet, steht offen im Preis-Artikel.

Und wenn du erst einmal nur wissen willst, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt: Schick mir den Link, dann schau ich mit drauf und sag dir, was mir auffällt. Dafür reichen 15 bis 20 Minuten. Kostenlos, und wie es weitergeht, entscheidest danach du.

Ich bin Cristian.

Ich baue Websites für kleine Betriebe rund um Dellmensingen – und meistens auch das, was nach der Anfrage passiert: Bestätigung, Termin, Teilnehmerliste.
Ob davon etwas zu dir passt, hängt davon ab, wie bei dir heute Anfragen reinkommen.

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