Immer dieselben Rückfragen? Das sind die vier Klassiker

Illustration: Ein Telefon mit vier Fragezeichen-Sprechblasen, daneben ein Notizblock mit vier Strichen und ein Bleistift.

Jemand ruft an. „Machen Sie auch Fliesen?“ Du sagst ja. „Und kommen Sie auch zu mir raus?“ Du sagst, kommt drauf an wo. „Was würde das ungefähr kosten?“

Zwanzig Minuten später weißt du immer noch nicht, ob der Auftrag überhaupt zu dir passt.

Und beim Nächsten geht dasselbe wieder von vorn los. Fast wortgleich.

Diese Fragen sind nicht individuell. Es sind fast immer dieselben vier. Und sie kommen nicht, weil deine Kunden kompliziert sind, sondern weil die Antworten nirgends stehen, bevor jemand fragt.

Hier sind die vier – und wo die Antwort eigentlich hingehört.

1. „Machen Sie das überhaupt?“

Die häufigste. Und die ärgerlichste, weil sie am leichtesten zu vermeiden wäre.

Sie kommt immer dann, wenn auf der Website „alles rund ums Haus“ steht oder „Ihr Partner für Bauprojekte“. Klingt nach viel, sagt aber nichts. Der Interessent weiß danach immer noch nicht, ob du das machst, was er braucht.

Wo die Antwort hingehört: Auf die Startseite, weit oben, im Klartext. Nicht „Innenausbau“, sondern was das konkret heißt. Trockenbau, Decken, Böden, Türen. Lieber eine Liste, die zu lang wirkt, als eine, die zu vage ist.

2. „Kommen Sie auch zu mir?“

Kommt fast genauso oft. Und kostet dich Zeit auf beiden Seiten – deine, und die von Leuten, die ohnehin zu weit weg wohnen.

Wo die Antwort hingehört: Konkret hinschreiben, mit Ortsnamen. Nicht „im Umkreis“ oder „regional“. Sondern: die Orte, in die du fährst, und bis wohin es noch geht. Wer weiter weg wohnt, ruft dann gar nicht erst an – und das ist gut so.

Nebenbei findet dich Google dadurch auch besser, wenn jemand nach deinem Gewerk plus Ort sucht.

3. „Was kostet das ungefähr?“

Die unangenehmste, weil sich niemand gern festlegt. Verstehe ich – jeder Auftrag ist anders, und wer eine Zahl nennt, wird darauf festgenagelt.

Aber: Wenn gar nichts dasteht, ruft entweder keiner an, oder es rufen genau die an, für die du zu teuer bist. Beides bringt nichts.

Wo die Antwort hingehört: Eine grobe Einordnung reicht schon. „Die meisten Projekte liegen zwischen X und Y.“ Oder: „Kleinere Sachen unter 500 € mach ich nicht, das lohnt für keinen von uns.“ Das ist keine Preisliste, sondern eine Vorsortierung.

4. „Wie lange dauert das?“

Kommt meist erst im Gespräch, aber sie kommt. Und sie entscheidet oft, ob jemand überhaupt weiterfragt: Wer nächste Woche einen Termin braucht, will das nicht nach drei Telefonaten erfahren.

Wo die Antwort hingehört: Ehrlich hinschreiben, auch wenn's gerade lang ist. „Aktuell drei bis vier Monate Vorlauf“ schreckt weniger ab, als man denkt – und es filtert die raus, die's übermorgen brauchen.

Was das ändert

Anfragen, die dann noch reinkommen, sind einen Schritt weiter. Du klärst nicht mehr „ob“, sondern „wann“ und „wie“.

Und die Fragen, die trotzdem kommen, sind die echten – die, die wirklich individuell sind und die du sowieso persönlich beantworten musst.

Dasselbe Muster gibt es außerhalb des Handwerks. Bei Sakura Sushi in Ulm fehlten bei etwa der Hälfte der Gerichte Bild und Beschreibung, die Angaben zu Zusatzstoffen und Allergenen waren nicht mehr aktuell. Wer bestellen wollte, tat es halb blind. Heute steht bei allen 126 Gerichten, was drin ist – die Frage stellt sich gar nicht mehr.

Der Zettel neben dem Telefon

Dafür brauchst du mich erst mal nicht. Leg dir eine Woche lang einen Zettel neben das Telefon und mach einen Strich, jedes Mal wenn eine dieser vier Fragen kommt.

Nach einer Woche steht schwarz auf weiß da, welche davon bei dir die häufigste ist. Und genau die gehört auf die Startseite, weit oben.

Das ist auch die Frage, mit der ich anfange, wenn wir zusammenarbeiten: Was fragen dich Leute am häufigsten? Da muss kaum jemand lange überlegen – die drei, vier Sachen hat jeder sofort im Kopf. Die Antworten kommen dann dahin, wo jemand sie sucht, statt versteckt in einen Fließtext, den keiner liest.

Wenn nach der Woche Fragen übrig sind, auf die du selbst keine gute Antwort hast: dafür bin ich da. 15 bis 20 Minuten, kostet nichts.

Ich bin Cristian.

Ich baue Websites für kleine Betriebe rund um Dellmensingen – und meistens auch das, was nach der Anfrage passiert: Bestätigung, Termin, Teilnehmerliste.
Ob davon etwas zu dir passt, hängt davon ab, wie bei dir heute Anfragen reinkommen.

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