Der Prospekt in der Schublade
Es gibt eine Frage, mit der ich zuverlässig herausfinde, ob eine Website für ihren Betrieb arbeitet, und sie hat mit Gestaltung nichts zu tun: Wie oft hast du sie in den letzten zwei Wochen selbst verschickt? Also im Ernst gezählt – als Link in einer Nachricht, als Antwort auf eine Frage, als Abkürzung, damit du etwas nicht schon wieder tippen musst.
Bei den meisten ist die Antwort: gar nicht. Die Seite ist da, sie sieht auch gut aus, sie wird bei Gelegenheit hergezeigt. Aber im Alltag steht sie daneben wie ein gedruckter Prospekt, den man einmal machen lässt und dann in die Schublade legt.
Und genau dort entscheidet sich, ob über sie jemals eine Anfrage hereinkommt. Was du selbst verschickst, findet auch der, der um zehn Uhr abends draufschaut und niemanden mehr fragen kann. Alles andere muss er sich zusammenreimen, und dabei kommt selten etwas heraus, das dir hilft.
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Was du in Nachrichten immer wieder erklärst
Was du dabei tippst, ist in fast jedem Betrieb dasselbe: bis wohin du fährst, wann du erreichbar bist, wie es nach einer Anmeldung weitergeht, was ein üblicher Auftrag ungefähr kostet. Du schreibst es nicht ungern, es ist ja dein Geschäft. Du schreibst es nur jedes Mal von vorn, und meistens abends.
Wer eine Seite hat, die er benutzen kann, macht daraus einen Satz und einen Link. Wer keine hat, tippt weiter. Und die Angabe, die dir dabei gerade unter den Fingern entsteht, ist genau die, die auf deiner Seite fehlt – deutlicher kann eine Lücke sich nicht melden.
Warum das nichts mit dem Design zu tun hat
Das liegt daran, für wen die Seite gebaut wurde. In fast jedem Projekt wird über den fremden Besucher gesprochen: Was soll er sehen, welchen Eindruck soll er bekommen. Über dich redet niemand. Dabei bist du derjenige, der jeden Tag mit dieser Seite arbeiten soll – und der als Erster merkt, wenn sie leer ist.
Deshalb steht auf so vielen Seiten sauber und ordentlich, was der Betrieb macht, während die Angaben, die du täglich einzeln verschickst, woanders liegen: in deinem Kopf, in alten Nachrichten, unten im letzten Angebot. Wie gut die Seite dabei aussieht, ändert daran nichts.
Bei mir stehen die Preise deshalb offen auf der Startseite. Der Hauptgrund dafür ist ein eigennütziger: Ich kann in einer Nachricht darauf verweisen, wie hier auf den Artikel über die Kosten, statt die Spanne noch einmal aufzuschreiben.
Die Seite arbeitet auch für die, die dich weiterempfehlen
Wenn dich jemand weiterempfiehlt, sagt er selten mehr als deinen Namen und einen Halbsatz. Alles Weitere holt sich der andere selbst – und er holt es sich dort, wo du es hingeschrieben hast, oder eben nirgends.
Björn hat eine Ferienlodge in Zeeland, ein paar Minuten zu Fuß vom Nordseestrand. Auf die Frage nach einer Rückmeldung kam ein praktischer Hinweis: Wenn er jemandem von der Zusammenarbeit erzählt, fehlt ihm eine grobe Hausnummer zu den Kosten. Das stand da ohne jeden Vorwurf.
Wer dich empfiehlt, tut das in einem Nebensatz und will danach in Ruhe gelassen werden. Steht die Antwort auf deiner Seite, kann er den Link schicken. Steht sie nicht da, muss er selbst erklären, was du machst und was es kostet – und die meisten lassen es dann bleiben.
Antworte das nächste Mal mit einem Link
Damit fängst du allein an, und zwar bei der nächsten Nachricht. Wenn dich jemand etwas fragt, das er auch hätte nachlesen können, dann antworte mit einem Satz und einem Link auf die Stelle, an der es steht. Nicht auf die Startseite, sondern auf den Abschnitt, der die Frage beantwortet.
Zwei Wochen reichen, und du hast dein Ergebnis. Entweder es geht leicht, dann ist deine Seite in Ordnung und du hast nebenbei eine Menge Tipparbeit gespart. Oder du merkst jedes Mal, dass du keinen Link schicken kannst, weil die Angabe dort fehlt – und was du in diesen zwei Wochen von Hand geschrieben hast, ist deine Liste.
Was das nicht leistet
Eine Seite, die du verschickst, sorgt nicht dafür, dass mehr Leute von dir erfahren. Sie kürzt ab, was ohnehin läuft, und sie fängt nichts von selbst an. Wer gerade erst anfängt, hat deshalb eine andere Aufgabe vor sich.
Dazu kommt: Nicht in jedem Betrieb gibt es viel zu verschicken. Wer Trockenbau braucht, ruft an und beschreibt seinen Fall – da beantwortet keine Seite etwas vorher, weil die Frage erst im Gespräch entsteht. Für solche Betriebe ist eine Seite, die einmal ordentlich sagt, was sie können, das Ende der Aufgabe und nicht der Anfang.
Der Maßstab bleibt trotzdem derselbe. Nicht wie die Seite aussieht, sondern ob sie dir Arbeit abnimmt, die du sonst mit den Fingern erledigst. Wenn du zwei Wochen mit dem Link geantwortet hast und deine Liste dasteht, schick sie mir und erzähl mir, was du machst. Ich sage dir, was davon auf die Seite gehört und was nicht. Das Gespräch dauert 15 bis 20 Minuten und ist kostenlos.
Ich bin Cristian.
Ich baue Websites für kleine Betriebe rund um Dellmensingen – und meistens auch das, was nach der Anfrage passiert: Bestätigung, Termin, Teilnehmerliste.
Ob davon etwas zu dir passt, hängt davon ab, wie bei dir heute Anfragen reinkommen.

