Der Stapel, der nie kleiner wird
Wer zum ersten Mal über eine eigene Seite nachdenkt, fängt meistens mit einer Liste an. Fotos machen lassen. Texte schreiben. Überlegen, welche Unterseiten es geben soll, und nebenbei noch klären, ob vorher ein Logo her muss. Diese Liste wird beim Arbeiten selten kürzer, sondern länger – und ein halbes Jahr später gibt es keine Seite, sondern einen Ordner mit halbfertigen Sachen darin.
Das liegt selten an fehlender Disziplin. Der Grund ist, dass wir alle dieselben Websites im Kopf haben, wenn wir „richtige Website“ denken: die vom großen Anbieter, mit acht Leistungen, Karrierebereich und Neuigkeiten von letzter Woche. Für den Anfang ist das der falsche Maßstab, und er kostet Monate.
In Kennenlerngesprächen höre ich deshalb fast immer denselben Wunsch, einmal wörtlich so: „ein Grundding und dann erweiterbar“. Genau das ist der richtige Gedanke. Die Frage ist nur, was in dieses Grundding hineingehört – und davor stehen vier Punkte, die gar nicht hineingehören.
Inhaltsverzeichnis
Deine besten Bilder liegen schon auf deinem Handy
„Ich brauche erst mal jemanden, der Fotos macht.“ Dieser Satz hält mehr Seiten auf als jedes Budget. Ein Shooting kostet Geld, einen Termin und die Überwindung, sich einen halben Tag lang ablichten zu lassen. Und hinterher liegen dort Bilder von dir im Hemd vor einer hellen Wand, während der Besucher etwas ganz anderes sehen will.
Er will sehen, was du machst. Die fertige Treppe, den gedeckten Tisch, die Tätowierung am Tag danach, den Raum, in dem der Kurs stattfindet. Solche Bilder entstehen bei der Arbeit, und dein Handy macht sie besser, als du denkst – bei Tageslicht, nah dran, gerade gehalten. Der Fotograf ist später eine gute Investition, für den Start ist er eine Hürde, die du dir selbst aufstellst.
Eine Seite reicht, wenn das Richtige darauf steht
Die zweite Frage kommt meistens als Zahl: Wie viele Unterseiten brauche ich denn? Beantworten lässt sie sich aber nur vom Inhalt her. Fünf Unterseiten mit je drei Sätzen lesen sich dünner als eine Seite, auf der dieselben fünfzehn Sätze untereinander stehen. Scrollen kostet den Besucher nichts, Klicken schon.
Unterseiten entstehen aus Bedarf: wenn eine Leistung so viel Erklärung braucht, dass sie alles andere verdrängt, oder wenn du regelmäßig etwas veröffentlichst. Bis dahin ist eine einzelne Seite, auf der alles Wichtige untereinander steht, kein Kompromiss, sondern das passende Format. Genau dafür gibt es bei mir „Die Eine“, eine komplette Website auf einer einzigen Seite – was sie kostet und was darin steckt, steht im Artikel über die Preise.
Nenn das, wovon du mehr willst
Die dritte Bremse heißt Vollständigkeit. Wenn schon eine Seite, dann soll auch alles drauf, was du anbieten könntest: das Kerngeschäft, dazu die zwei Sachen, die du früher gemacht hast, und die eine, bei der du dir selbst nicht sicher bist. Das zieht die Arbeit in die Länge und bringt dir hinterher genau die Anfragen, die du nicht wolltest.
Wer alles anbietet, bekommt Anfragen zu allem, und beantwortet sie einzeln, meistens abends. Eine erste Seite darf sich auf das beschränken, wovon du mehr willst. Alles andere kannst du im Gespräch immer noch erwähnen, wenn es passt. Wie stark eine Seite dabei vorsortiert, habe ich an drei echten Anfragen hier aufgeschrieben.
Erst gefunden werden, dann hübsch aussehen
Der vierte Grund zu warten ist das Logo. Farben, Schrift, ein Zeichen, das überall gleich aussieht – das ist eine eigene Arbeit mit eigenem Aufwand, und irgendwann willst du sie haben. Nur entscheidet sie im ersten Jahr nicht darüber, ob dich jemand findet und erreicht.
Deine Seite kann später ein Logo bekommen, ohne dass sie dafür neu gebaut wird. Andersherum liegt ein fertiges Logo monatelang auf der Festplatte, während jemand deinen Namen sucht und bei einem Wettbewerber landet. Die Reihenfolge kostet nichts und ändert eine Menge.
Vier Sachen, dann kann sie online
Und damit zu dem, was tatsächlich draufgehört. Erstens: was du machst, für wen und wo – in den Worten, mit denen deine Kunden danach fragen, nicht in denen deiner Branche. Zweitens ein Beleg dafür, dass du es kannst: ein paar Bilder deiner Arbeit und ein, zwei Sätze von Leuten, für die du schon gearbeitet hast.
Drittens ein Weg zu dir, bei dem klar ist, was danach passiert – wann du zurückrufst und was du dafür wissen musst. Und viertens Impressum und Datenschutzerklärung, die einzigen beiden Punkte auf dieser Liste, die tatsächlich Pflicht sind. Mehr braucht eine erste Seite nicht, um zu arbeiten. Alles Weitere kommt dazu, wenn du merkst, dass es fehlt.
Such fünf Bilder in deiner Galerie
Damit kannst du heute Abend anfangen. Nimm dein Handy, geh die letzten Monate durch und such fünf Bilder, auf denen deine Arbeit zu sehen ist – nicht du, sondern das Ergebnis. Wenn du sie in zehn Minuten zusammenhast, sind deine Bilder fertig, und ein Punkt deiner Liste ist erledigt, ohne dass du einen Termin machen musstest.
Wenn du keine findest, ist auch das ein Ergebnis, und daraus wird eine kleine Aufgabe für die kommenden zwei Wochen: Fotografier jeden fertigen Auftrag, bevor du zusammenpackst. Danach hast du genug für eine Seite und nebenbei den Grundstock für alles, was du später einmal zeigen willst.
Was so eine Seite leistet – und was danach kommt
Eine Seite mit diesen vier Sachen macht dich nicht über Nacht bekannt, und sie holt niemanden von allein herein. Sie sorgt dafür, dass der, der deinen Namen gehört hat, dich findet, auf Anhieb versteht, was du machst, und dich erreichen kann. Für den Anfang ist das die ganze Aufgabe.
Den ersten Teil kannst du allein erledigen, und die fünf Bilder sind ein guter Start. Wenn du danach wissen willst, was davon auf deine Seite gehört und in welcher Reihenfolge, dann erzähl mir, was du machst. Das erste Gespräch dauert 15 bis 20 Minuten und ist kostenlos und unverbindlich.
Ich bin Cristian.
Ich baue Websites für kleine Betriebe rund um Dellmensingen – und meistens auch das, was nach der Anfrage passiert: Bestätigung, Termin, Teilnehmerliste.
Ob davon etwas zu dir passt, hängt davon ab, wie bei dir heute Anfragen reinkommen.

