Deine Website sieht gut aus und bringt trotzdem keine Anfragen

Illustration: Hochglanz-Website auf einem Monitor, daneben ein leerer Kalender – symbolisiert schöne Websites ohne Wirkung.

Die Website bringt keine Anfragen – und am Design liegt es selten

Die Seite ist fertig, sie sieht wirklich gut aus, und das sagen auch alle. Der Steuerberater findet sie modern, im Bekanntenkreis kommt zweimal „schick geworden“, und die Familie ist stolz. Dann passiert drei Wochen lang nichts: keine Anfrage, keine Nachricht, nichts, was sich auf die neue Seite zurückführen ließe. Naheliegend ist dann die Vermutung, dass am Design noch etwas fehlt.

Zwischen dem Moment, in dem jemand nach dir sucht, und der Anfrage in deinem Postfach gibt es drei Stellen, an denen sie verloren gehen kann: gefunden werden, verstanden werden, anfragen können. Welche davon es bei dir ist, findest du mit ein paar Handgriffen heraus.

Drei Stellen zwischen Suche und Anfrage: gefunden werden, verstanden werden, anfragen können – und woran man jeweils merkt, dass es dort hakt

Stelle 1: Niemand findet die Seite

Eine Seite, die keiner aufruft, kann keine Anfrage bringen. Ob das dein Fall ist, zeigt die Search Console. In diesem kostenlosen Werkzeug von Google siehst du, bei welchen Suchbegriffen deine Seite in den Ergebnissen auftaucht, an welcher Position und wie viele Leute geklickt haben. Wichtig sind nicht alle Begriffe, sondern die, mit denen deine Kunden nach dir suchen würden.

In der mobilen Google-Suche in Deutschland bekommt Platz 1 laut Sistrix gut ein Viertel der Klicks, Platz 10 nur noch 2,5 Prozent. Schon innerhalb der ersten Ergebnisseite entscheidet die Position also darüber, ob jemand zu dir findet. Mit welchen Begriffen du dabei die besseren Chancen hast, erklärt der Artikel über die geheime SEO-Regel.

Stelle 2: Besucher kommen, verstehen aber nicht, was du machst

Fragt trotz Besuchern niemand an, schaue ich zuerst auf den obersten Bildschirm, so wie er auf dem Smartphone erscheint. Laut Statcounter stammen rund sechs von zehn Seitenaufrufen in Deutschland von Mobilgeräten. Bei den Websites meiner Kunden kommen sogar rund acht von zehn Klicks aus der Google-Suche über ein Handy.

Rund acht von zehn Klicks aus der Google-Suche kommen vom Handy: Tätowierer 88 Prozent, Bauernhofpädagogik 87 Prozent, zwei Restaurants 83 und 80 Prozent

Wer dort landet, stellt sich drei Fragen, ohne darüber nachzudenken: Was macht der hier? Ist das für jemanden wie mich? Und was soll ich jetzt tun? Bleiben die Antworten aus, geht er zurück zu den Suchergebnissen, und dort steht der Nächste. Jakob Nielsen hat 2011 aus einer großen Messung abgeleitet, dass Besucher Seiten oft nach 10 bis 20 Sekunden wieder verlassen.

Gerade schöne Seiten lassen diese drei Fragen gern offen. Wer eine Website bauen lässt, spricht am Anfang meist über Farben, Schriften und Bilder, weil das jeder beurteilen kann. Der Text entsteht zum Schluss, manchmal vom alten Auftritt übernommen. Oben steht dann Qualität, die bleibt über einem großen Foto, und nach dem dritten Scrollen weiß man immer noch nicht, was der Betrieb macht.

Beispiel eines erfundenen Fliesenlegers: der oberste Bildschirm auf dem Handy, vorher nur der Spruch „Qualität, die bleibt“ über einem Foto, nachher Angebot, Ort, Zielgruppe und ein Knopf „Termin anfragen“

Der Artikel Deine Seite beantwortet die richtigen Fragen – nur zu spät schlüsselt diese Fragen genauer auf, mit der Reihenfolge, in der Besucher sie stellen. Meistens fehlen keine neuen Farben, sondern die Sätze, die dir so selbstverständlich vorkommen, dass du sie nie hingeschrieben hast.

Stelle 3: Die Anfrage bleibt unterwegs hängen

Diese Stelle übersieht man am leichtesten, weil man die eigene Seite nie von außen benutzt. Da gibt es Formulare mit zwölf Feldern, Telefonnummern, die sich nicht antippen lassen, und Knöpfe, die man erst suchen muss. Eine Auswertung von HubSpot fand bei mehr Feldern, vor allem bei großen Textfeldern und Auswahllisten, eher weniger Anfragen.

In einem einzelnen Test brachten weniger Felder allerdings auch weniger Anfragen, und mit allen Feldern, aber klarerer Beschriftung, kamen mehr. Es kommt also nicht nur auf die Zahl der Felder an, sondern darauf, dass jeder versteht, was hineingehört. Und selbst eine abgeschickte Anfrage kann verschwinden: Seit Februar 2024 filtert Gmail Nachrichten strenger aus, wenn der Mailversand einer Seite technisch nicht sauber eingerichtet ist.

Kommt die Anfrage an, zählt die Zeit danach. In einer US-Studie von 2011 hat fast ein Viertel der getesteten Unternehmen auf eine Anfrage über die Website nie geantwortet, die übrigen brauchten im Schnitt 42 Stunden. Eine kurze Bestätigung, die sagt, dass die Anfrage angekommen ist und wann du dich meldest, nimmt dem Absender die Unsicherheit, ob überhaupt jemand liest.

Schick dir selbst eine Anfrage

Am Ende jeder Anfrage über deine Seite steht eine Mail in deinem Postfach. Ob sie dort wirklich ankommt, weißt du erst, wenn du es selbst ausprobierst, so wie es ein Fremder tun würde:

  1. Schick über deine Seite eine echte Anfrage, vom Handy und mit einer privaten Mailadresse als Absender. Dann geht die Bestätigung an eine fremde Adresse, so wie später beim Kunden.
  2. Notier dir, wo du stockst: ein Pflichtfeld, bei dem du nicht weißt, was hinein soll, ein Knopf, der unter der Tastatur verschwindet, eine Fehlermeldung ohne Erklärung.
  3. Schau nach, ob die Anfrage angekommen ist, auch im Spam-Ordner, und wie lange sie gebraucht hat.
  4. Lies, was nach dem Abschicken auf dem Bildschirm steht und per Mail zurückkommt. Weißt du als Absender, wie es weitergeht und wann du etwas hörst? Hannas Beispiel in Buchungen von Hand verwalten? zeigt, wie viel Arbeit eine gute Bestätigung später spart.

Hakt es an einem der vier Schritte, weißt du, wo Anfragen bei dir hängen bleiben können. Läuft alles glatt und es kommt trotzdem nichts, liegt es eher an Stelle 1 oder 2. Dann lohnt der Blick in die Search Console und auf deinen obersten Bildschirm.

Wofür gutes Design da ist

Gestaltung ist trotzdem wichtig. Eine Seite, die aussieht wie vor zehn Jahren, kostet Vertrauen, bevor der erste Satz gelesen ist, und ich baue gern Seiten, die etwas hermachen. Nur ist sie der Verstärker und nicht die Aussage: Gute Gestaltung sorgt dafür, dass jemand liest, was auf der Seite steht, und dir zutraut, was du sagst.

Wenn du beim Test hängen bleibst oder nicht sicher bist, an welcher der drei Stellen es bei dir hakt: Schick mir den Link, dann schauen wir gemeinsam drauf. 15 bis 20 Minuten, kostenlos und unverbindlich.

Ich bin Cristian.

Ich baue Websites für kleine Betriebe rund um Dellmensingen – und meistens auch das, was nach der Anfrage passiert: Bestätigung, Termin, Teilnehmerliste.
Ob davon etwas zu dir passt, hängt davon ab, wie bei dir heute Anfragen reinkommen.

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