Warum ich dir den Baukasten nicht ausreden will
In Gesprächen kommt irgendwann fast immer derselbe Satz, meistens etwas verteidigend. Einer hat es so gesagt: „Ich habe mich ja nicht umsonst früher für so ein Baukastensystem entschieden.“ Und er hatte recht damit. Wer gerade anfängt oder noch nicht weiß, ob die Sache trägt, gibt nicht ein paar tausend Euro für eine Website aus. Das wäre auch von mir ein schlechter Rat.
Der Artikel, den du zu diesem Thema sonst findest, geht anders los. Da steht, dass Vorlagen austauschbar sind und in der Masse untergehen. Das ist nicht falsch, es ist nur selten der Grund, warum jemand irgendwann doch wechselt. Der Grund ist ein anderer, und er hat nichts mit dem Aussehen zu tun.
Inhaltsverzeichnis
Was ein Baukasten wirklich gut kann
Eine Seite, auf der steht, was du machst, für wen, wo du bist und wie man dich erreicht – dazu ein paar ordentliche Fotos und deine Öffnungszeiten. Das kriegst du mit einer Vorlage hin, an einem Wochenende, für ein paar Euro im Monat. Und für sehr viele Betriebe ist genau das die richtige Website.
Ich sage das nicht aus Höflichkeit. Wenn jemand mit einer solchen Seite zufrieden ist und sie ihren Zweck erfüllt, ist es Unsinn, ihm etwas zu verkaufen. Wenn du bei dem Test gleich unten auf eine kleine Zahl kommst, ist die ehrliche Antwort: lass es.
Woran es später hakt
Der Bruch kommt nicht beim Aussehen. Er kommt an dem Tag, an dem die Website etwas übernehmen soll, das bisher du gemacht hast.
Bei Hanna sah das so aus: Jedes Angebot hatte sein eigenes Formular, und keines zeigte an, ob überhaupt noch etwas frei war. Wer das wissen wollte, musste fragen. Kam eine Anmeldung rein, hat sie sie aus der Mail herauskopiert und in eine Word-Datei eingesetzt, für jedes Kind einzeln – und weil Anmeldungen über die Woche verteilt eintrudeln, hat sie diese Datei jeden Tag wieder geöffnet. Eine automatische Bestätigung gab es nicht, also kamen die Rückfragen: Ist das jetzt bestätigt? Kommt da noch was?
Nichts davon lag daran, dass ihre Seite hässlich war. Es lag daran, dass die Seite nur angezeigt hat. Heute füllt jemand ein Formular aus, das gleich die Sachen abfragt, die Hanna ohnehin braucht, die Bestätigung geht sofort raus, volle Angebote schalten sich von selbst auf „ausgebucht“, und die Teilnehmerliste druckt sie auf Knopfdruck aus statt sie aus Mails zusammenzukopieren.
Das ist die Grenze, und sie verläuft nicht zwischen schön und hässlich, sondern zwischen anzeigen und mitarbeiten.
Die Frage, die vorher niemand stellt
Es gibt eine zweite Grenze, und die trifft nicht nur Baukästen. Wenn Kunden mir von ihrem bisherigen Dienstleister erzählen, geht es fast nie darum, dass sich etwas gezogen hat oder zu teuer war. Es geht fast immer um dasselbe: dass sie an ihre eigene Seite nicht herankommen und für jede Kleinigkeit fragen und warten müssen.
Hanna kannte das. Wenn ein neuer Termin online gehen sollte, konnte sie das nicht selbst erledigen – sie musste ihrer Grafikerin schreiben und warten. Da ist ein Baukasten der teuren Lösung sogar überlegen, denn da kommst du wenigstens selbst rein.
Deshalb gehört die Frage vor jede Entscheidung, in beide Richtungen: Was kannst du hinterher selbst ändern, ohne jemanden zu fragen? Bei mir heißt das Ding, das diese Frage beantwortet, deine Schaltzentrale – eine Stelle, an der du Angebote, Termine, Preise und freie Plätze selbst steuerst. Der Grundsatz dahinter ist simpel: Alles, was du regelmäßig ändern musst, sollst du ohne mich ändern können.
Fängst du später von vorn an?
Die Sorge kommt oft, und meistens klingt sie wie bei diesem Kunden: „ein Grundding und dann erweiterbar.“ Die ehrliche Antwort ist geteilt.
Was mitkommt, ist das Wertvolle: deine Texte, deine Fotos und vor allem das, was du inzwischen darüber weißt, was Leute dich fragen. Das ist die Arbeit, die wirklich Zeit kostet, und die machst du nicht zweimal. Was nicht mitkommt, ist der technische Teil – der wird neu gebaut. Das ist aber nicht der Teil, an dem du sitzt.
Anders gesagt: Der Baukasten ist keine Sackgasse. Er ist eine Vorstufe, und die zwei Jahre darin waren nicht umsonst.
Und die Angst, zwischendurch weg zu sein
Die kommt fast immer, und sie klingt so: „Nicht, dass ich zwischendurch ganz raus bin.“ Gemeint ist die Zeit während des Umbaus – dass man ein paar Wochen lang bei Google nicht mehr auftaucht und danach von vorn anfangen muss.
Die Sorge ist berechtigt, aber sie betrifft etwas anderes, als die meisten denken. Solange die neue Seite nicht live ist, läuft die alte einfach weiter, da passiert gar nichts. Wehtun kann nur der Tag des Umzugs selbst, und zwar dann, wenn die neuen Adressen anders heißen als die alten und niemand die alten weiterleitet. Dann laufen Leute und Google auf Seiten, die es nicht mehr gibt.
Das ist aber kein Naturgesetz, sondern eine Liste. Bei mir steht vor jedem Umzug eine Aufstellung, welche alte Adresse auf welche neue zeigt, und die wird abgearbeitet, bevor umgeschaltet wird. Wenn dich jemand umzieht, ohne dieses Thema von sich aus anzusprechen, frag danach.
Zähl eine Woche lang mit
Den Test kannst du ohne mich machen, und er kostet dich nichts außer einem Zettel neben dem Rechner.
Notier dir eine Woche lang jedes Mal, wenn du etwas von Hand machst, das mit deiner Website zu tun hat. Dieselbe Frage zum dritten Mal beantworten. Eine Anmeldung irgendwo eintragen. Eine Bestätigung tippen. Jemandem absagen, weil schon voll ist. Einen Termin ändern lassen, den du nicht selbst ändern kannst.
Am Ende der Woche hast du eine Zahl. Stehen da zwei Striche, dann lass alles so, wie es ist – dann kostet dich der Baukasten nichts. Stehen da zwanzig, weißt du, was er dich kostet, und es ist kein Geld. Es sind Abende.
Was ein Umbau kostet, steht bei mir offen im Preis-Artikel, da musst du niemanden fragen. Und wenn du deine Zahl hast und nicht weißt, was du davon halten sollst: Schick mir deine Liste, dann sage ich dir, was sich davon überhaupt lohnt und was nicht. 15 bis 20 Minuten, kostet nichts.
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Dann wird's Zeit, dass mal jemand wirklich mitdenkt – nicht nur gestaltet.
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