Warum relevanter Content mehr zählt als jedes Keyword
Fast jede Diskussion über Suchmaschinen läuft auf eine einzige Zahl zu: die Position. Auf welchem Platz steht die Seite, und wie kommt sie höher. Darüber wird viel zu viel geredet.
Denn gefunden werden und besucht werden sind zwei verschiedene Dinge. Zwischen ihnen liegt eine Entscheidung, die ein Mensch trifft, in etwa einer Sekunde und anhand von zwei Zeilen Text. Und danach kommt gleich die nächste, nämlich ob er bleibt. Beide haben mit deinem Platz in der Liste nichts mehr zu tun.
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Weit oben stehen heißt nicht, dass jemand kommt
In meiner eigenen Auswertung stehen laufend Seiten weit oben, die trotzdem kaum jemand anklickt. Der Artikel, den du gerade liest, ist so ein Fall: Bei der Suche „geheime seo“ steht er auf der ersten Seite, und es kommt praktisch niemand darüber. Der Grund ist unspektakulär – nach dieser Wortfolge sucht so gut wie niemand. Ein guter Platz für etwas, wonach keiner fragt, ist ein guter Platz und sonst nichts.
Umgekehrt geht es genauso. Für „Webdesign Ehingen“ werde ich oft angezeigt, aber auf der obersten Zeile von Seite zwei. Dorthin blättert kaum jemand, egal wie oft du dort auftauchst. Zwischen Platz elf und Platz neun liegen deshalb nicht zwei Plätze, sondern der Unterschied zwischen unsichtbar und sichtbar – und das ist der Sprung, für den man am längsten braucht.
Deshalb ist die Frage, die vor jeder Wortliste kommt, nicht „für welchen Begriff will ich weit oben stehen“. Sondern: Sucht überhaupt jemand danach, und wenn ja, wird der, der es sucht, mein Kunde? Die erste Frage beantwortet die kostenlose Auswertung, die Google jedem Seitenbetreiber gibt. Die zweite beantwortest nur du, weil du deine Kunden kennst.
Der kleinere Begriff schlägt den größeren
„Digitalagentur Ulm“ klingt nach dem Begriff, auf den man sich stürzen müsste. Größere Stadt, mehr Leute, mehr Suchen. Meine Seite taucht dafür auf Seite sechs bis acht auf, und dort ist es völlig gleichgültig, was auf ihr steht – es sieht sie niemand. Bei „Webdesign Agentur Blaubeuren“ steht dieselbe Seite weit oben auf Seite eins.
Das ist kein Zufall und kein Trick. Um Ulm bewerben sich Dutzende Anbieter mit größerem Budget und längerer Geschichte um dieselben Plätze. Um Blaubeuren bewirbt sich fast niemand. Für einen Betrieb, der ohnehin regional arbeitet, ist der kleinere Begriff nicht der Trostpreis, sondern der einzige, bei dem etwas zu gewinnen ist – und die Leute, die ihn eintippen, wohnen genau dort, wo du hinfährst.
Dasselbe gilt für dein Handwerk. „Elektriker“ ist ein Begriff, bei dem du gegen alle antrittst. „Wallbox nachrüsten Ehingen“ ist einer, bei dem du gegen zwei antrittst – und derjenige, der ihn eintippt, weiß schon, was er will. Weniger Leute, aber jeder Einzelne ist ungleich mehr wert.
Was Google davon hat, dass du für Menschen schreibst
Hier will ich vorsichtig sein, denn niemand außerhalb von Google weiß genau, wie diese Bewertung funktioniert. Wer dir erzählt, welche Kennzahl wie stark zählt, gibt weitergereichte Vermutungen als Wissen aus. Ich halte mich deshalb an das, was ich selbst sehen kann, und das ist der Teil hinter dem Klick.
Der hängt nämlich überhaupt nicht am Platz in der Liste. Wer auf deiner Seite landet und in zehn Sekunden nicht erkennt, ob du das machst, was er braucht, ob du zu ihm rausfährst und was es ungefähr kostet, geht wieder. Ob er über Platz eins oder Platz sieben gekommen ist, spielt dabei keine Rolle. Der Teil der Arbeit, der wirklich über Anfragen entscheidet, liegt vollständig dahinter.
Der Teil davor, über den alle reden, wird dadurch nicht unwichtig – er wird nur zweitrangig. Erst wenn feststeht, was jemand bei dir findet, wenn er da ist, lohnt sich die Frage, wie er hinkommt. Andersherum baust du eine Einfahrt zu einem Haus, das noch keine Tür hat.
Tipp die Worte ein, mit denen dein Kunde angerufen hat
Das ist der Teil, den du selbst in der Hand hast, und dafür reicht ein ruhiger Moment. Denk an den letzten Kunden, der bei dir angerufen hat, und schreib möglichst genau den Satz auf, mit dem er sein Anliegen beschrieben hat. Nicht die Fachbezeichnung, sondern seine Worte – „bei mir tropft es unterm Waschbecken durch“ statt „Sanitärinstallation“.
Diesen Satz tippst du bei Google ein, so wie er ist. Dann schaust du dir die erste Seite an, ohne zu scrollen: Kommst du vor? Und wenn nicht, wer kommt vor, und was steht bei dem auf der Seite, was bei dir fehlt? Das dauert drei Minuten und sagt dir mehr über deine Sichtbarkeit als jede Wortliste, weil es die Sprache verwendet, in der deine Kunden tatsächlich denken.
Mach es mit drei oder vier Anrufen, an die du dich erinnerst. Was dabei auffällt, ist fast immer dasselbe: Die Sätze, die deine Kunden benutzen, stehen nirgends auf deiner Seite. Dort steht, wie dein Gewerk offiziell heißt.
Was ich dabei nicht verspreche
Suchmaschinen sind ein langsames Geschäft. Zwischen einer Änderung und dem, was sich in den Zahlen zeigt, liegen Monate, und ein Teil davon liegt außerhalb dessen, was irgendjemand beeinflussen kann. Wer dir eine Position bis Datum X zusagt, verkauft dir etwas, das er nicht liefern kann.
Was sich dagegen sicher sagen lässt: Eine Seite, auf der steht, was du machst, für wen, in welchem Umkreis und ungefähr zu welchem Preis, ist besser auffindbar als eine, auf der das nicht steht – und sie ist gleichzeitig die Seite, die Besucher überzeugt. Das ist der eigentliche Grund für die Reihenfolge in der Überschrift. Es sind nicht zwei Arbeiten, sondern eine.
Wenn du wissen willst, wonach bei dir tatsächlich gesucht wird und ob sich der Aufwand lohnt, schau ich mir das gerne an. Ich sage dir auch, wenn ich denke, dass es sich nicht lohnt. Das Gespräch dauert 15 bis 20 Minuten und ist kostenlos.
Ich bin Cristian.
Ich baue Websites für kleine Betriebe rund um Dellmensingen – und meistens auch das, was nach der Anfrage passiert: Bestätigung, Termin, Teilnehmerliste.
Ob davon etwas zu dir passt, hängt davon ab, wie bei dir heute Anfragen reinkommen.

